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Freitag, 17. August 2018

Usbekistan # 14

Solange das Internet geht, will ich mal schnell meinen nächsten Bericht schreiben. Der Abend gestern wurde noch ganz lustig: ich kam mit 2 Frauen in meinem Alter ins Gespräch und musste die letzten paar noch vorhandenen Französichkenntnisse aus dem letzten Gehirneck vorkramen. Hat dann auch einigermassen funktioniert. Dann mache ich meinen Platz frei, um mich zu denen zu setzen, da eine Grossfamilie angerückt ist. Die Mutter, der 3 Kinder, ist auf Anhieb so sympathisch, sie lebt mit ihrer Familie in England und so können wir uns ziemlich gut in englisch unterhalten, jetzt wird es quasi Multikulti. Sehr nett, sie ist hier auf Heimaturlaub und wir bedauern beide, dass wir uns nicht noch mal treffen können.

Heute morgen beim Frühstück: Kommt ein Mann hinter mir die Treppe runter und meint so am Buffet: Assamlomu Aleykum und Good Morning, schaut aber ziemlich finster drein. Ich antworte natürlich das Gleiche,obwohl ich bei der usbekischen Wortwahl immer noch Schwierigkeiten habe und die Konsonaten durcheinanderbringe.  dann How are you usw. Er holt sich alles Mögliche und setzt sich mit einer Bemerkung so nach dem Motto " können wir doch eigentlich zusammen frühstücken" an meinen Tisch. Wir machen ein bisschen Konversation, zwischendrin piept sein Handy auf grösster Lautstärke, dann kommen Frau und Tochter dazu. Ich gehe davon aus, dass sie sich mit an den Tisch setzen, begrüsse sie höflich, aber sie können wohl kein Englisch. Er geht selbstverständlich davon aus, dass sie sich NICHT an unseren Tisch setzen und bespricht mit entsprechenden Gesten sowas wie: ihr könnt euch ja dahinter oder nebenan setzen. Dann setzt sie sich genau hinter ihn, stösst mit der Stuhllehne an seine, aber seinerseits 0 Reaktion. Dann schubst sie noch mal ein bisschen und ich gestikuliere ihm, dass er Platz machen soll und ein Stück vorrücken. Da meint der Arsch: Seine Frau sei zu dick (was überhaupt nicht stimmt, sie ist kein bisschen dick). Solche Männer braucht die Welt ! Die Familie ist übrigens aus Tadschikistan.

Ich mach mich vom Acker und lass den Trottel sitzen. Heute steht noch die Besichtigung der Festung an und ich laufe wieder durch die schöne Altstadt. Heute geht wieder ein herrlicher Wind und es ist noch zeitig, sodass es wieder entsprechend ruhig ist. Leider oder Gott sei Dank ? finden wieder ein paar Kleinigkeiten ihre neue Heimat bei mir: 2 Paar Ohrringe, 1 kleines Täschchen. Ich hätt ja gern noch so ein altes Metallgefäss, die gibts hier aber sehr selten, auf dem "Flohmarkt" wollen sie 200 $, na schönen Dank auch.

Die Festung ist am Rand der Altstadt, umgeben von einer riesigen Mauer, rundherum wird gerade fleissig gebaut und alles fussgängerfreundlich hergerichtet. Hier hatten die Herrscher ihren Sitz, es gibt aber nicht allzuviel zu sehen. In einigen Räumen sind kleine Ausstellungen, aber ich kann das eh nicht lesen und will mir das auch nicht merken.
















Gegenüber ist noch eine wunderschöne Moschee: BOLO HAUZ, enstanden im 18. Jahrhundert mit prunkvollen Holzsäulen und Schnitzereien. Drinnen sind die Elemente schön blau angeleuchtet, einige Männer beten vorne und ich mache ein paar Bilder (heimlich und so, dass es keiner merkt) . Dann kommt eine Gruppe Koreaner rein, die nicht wissen, wie sie den Ton ihrer Smartphones und Kameras ausschalten und es geht andauernd: klick - klack , Nerv. Bis der Reiseleiter meint, hier sei fotografieren verboten, was auch ein Hinweisschild am Eingang besagt. Das hatte ich allerdings auch nicht wahrgenommen.







Gegenüber ist ein grosses Teehaus, mit überwiegend einheimischen Männern, aber auch ein paar Frauen. Ich bestelle was zu trinken und zu essen und traue meinen Augen nicht, als die Atombusenspaghettiträgertussi wieder auftaucht. Es sind Franzosen, das Kleid ist diesmal noch weiter ausgeschnitten und man sieht deutlich, dass die Schwerkraft exisistiert und lässt die Brust bis mindestens über den Bauchnabel fallen. Das letzte Mal hielt wenigstens noch ein Stretchanteil das Schlimmste in Schacht. Aber die doofe Nuss schert sich kein bisschen darum. Gut , dass ich mit dem Rücken zu denen sitze. Überhaupt ist auffällig, wie viele Franzosen und Italiener hier unterwegs sind. Die deutsche Sprache höre ich nur ganz selten. Auch einige dick bepackte Motorräder (Italien) und Reiseradler hab ich entdeckt.

Zurück gehts dann langsam wieder Richtung Hotel, Siesta und ich muss dann doch mal Geld tauschen. Für 300,- gibts 2,8 Millionen. Das sind ca. 6 cm hohe Stapel. Damit gehen die hier aber überall so offen um, immer mit Gummiband zusammen gebunden.





Erkenntnis des Tages:  Geld macht glücklich !





Donnerstag, 16. August 2018

Usbekistan # 12

Ich zwinge mich regelrecht, mal zeitig aufzustehen, d.h. bei mir gegen 8:00! Das Frühstück ist okay, allerdings haben die hier so eine Glaskuppel über dem Raum, der im Untergeschoss liegt und das heizt auch um diese Zeit den Raum mächtig auf. Da muss eine Tasse Kaffee reichen.

In das Zentrum der wichtigsten Gebäude sind es nur wenige Meter, das ist das Schöne an diesem Hotel, dass man alles sehr gut zu Fuss erledigen kann. Die Luft ist wunderbar, es geht ein leichter Wind und die Strassen sind noch wie leegefegt. Einfach herrlich. Auch die vielen, vielen Standbetreiber überall sind noch nicht richtig in Fahrt, da passen wir gut zusammen.


Man kann nie früh genug an den Winter denken



Meisterwerke der Schmiedekunst


Ich strolche durch das "Gewölbe der Mützenmacher" und den "Geldwechser Basar". Wunderschöne Gebäude, sowohl aussen als auch innen. z.T. aus dem Achten Jahrhundert, z.T. aus dem 16, Jahrhundert. Es ist eine sehr friedliche Stimmung und mir macht es Riesenspass, alles zu erkunden. Dann komme ich bei einem Schmied vorbei, bzw. bei einem der vielen und entdecke kleine Glocken, die er z.T. als polierte aber auch im Rohzustand wie Bronze verkauft. Ich bin quasi schockverliebt und nach einer zu mageren Verhandlung meinerseits, ist sie mein Eigentum. Wahrscheinlich werde ich mich zu Hause noch für verrückt erklären, aber ich finde sie sehr süss und die Erinnerung an diesen schönen Morgen ist mir die Sache wert. Wir kennen das ja alles: " Morning Price", "Evenig Price" usw. also hat der wahrscheinlich das Geschäft des Tages gemacht. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich hier sehr wenig Geld ausgebe: das Essen und Trinken ist sehr preiswert, ich hatte noch keine Abendrechnung über 10,-. Auch sonst hab ich noch nicht viel entdeckt, von dem ich glaube, dass ich ohne nicht leben kann. Das könnte sich höchstens ändern, sollte ich noch irgendwelche interessanten Stoffläden entdecken. 












Morgen ist jedenfalls Basar angesagt und da es erfahrungsgemäss da rundherum auch noch viele Läden gibt, könnte das meine Millionen etwas dezimieren. Trotzdem geht die Kohle so langsam weg, aber vorm nächsten Tauschen reichts schon noch ne Weile. Aber halt hier mal 10.000, da mal 100.000 da mal 30.000 usw. .

Was ich mir auf jeden Fall noch kaufen möchte, ist so eine wunderbare Miniaturmalerei. Das ist faszinierend, wie die hier diese Kunstwerke herstellen.

Zurück zu den Besichtigungen: die Hauptattraktionen hab ich soweit gesehen, es wird langsam schon wieder sehr heiss, ich setze mich an das Wasserbecken  Laby Hauz, trinke einen Ice Coffee und geniesse es wieder einmal, die Menschen zu betrachten. Bei den Frauen, seien es Usbekinnen oder Russinnen oder sonst aus der Gegend, glitzert immer irgendwas an der Kleidung, sei es am Kleid, am Kopftuch oder bei den Schuhen. Egal welchen Alters.  Auch heute und hier wieder jede Menge Bräute, die sich in an Sehenswürdigkeiten ablichten lassen. Heute sitzt eine Familie mit einen jungen Mädchen (14) am Nebentisch, die mich dann auch anspricht und ihr Englisch ist recht gut. Sie ist auf dem Weg zum Arzt und meint, hier gäbe es einen sehr guten für Ihr Problem.







Ich gehe zurück zum Hotel und sehe das Pärchen, welches schon beim Frühstück war und wir kommen sehr nett ins Plaudern. Sie ist aus Holland und er aus Mexiko und beide leben in England. Da merke ich dann doch immer die Lücken meiner Englischkenntnisse, aber was solls.

Dann ist wie immer um diese Zeit Siesta angesagt, ich lese mittlerweile mein 4. Buch. Gegen 18 Uhr gehe ich wieder los, ich will doch noch mal versuchen, ein Bahnticket zu bekommen. Aber das geht letztlich auch negativ aus, die wollen mich hier einfach nicht Bahn fahren lassen.
Am Sonntag will ich weiter nach Chiwa, da wird es auch ein Auto werden und ich hoffe, dass ich die gleiche Konstellation finde, wie von Tashkent nach Samarkand: ich vorne und 2 hinten in einem gescheiten Auto. Wir werden sehen.

Dann versuche ich ein anderes Lokal als gestern. Naja, sag ich mal, viel Anspruch, "hohe" Preise, wenig dahinter. Ein "Bub" nur für mich abgestellt, weil ich auf diesem Teil der Terrasse alleine bin, langweilt sich zu Tode hat aber Sätze drauf wie (übersetzt): ich hoffe, sie hatten eine hochinteressante, einzigartige Erfahrung mit dem Essen...........also ich sach ma: es war okay, aber mehr auch nicht. Deshalb setze ich mich auch hier nicht fest, sondern versuchs woanders noch.

ABer was ich mich doch immer wieder frage: Wieso müssen Touristinnnen, ob alt oder jung, in einem Land, in dem die Frauen grösstenteils sehr bedeckt gekleidet sind und dessen Religion, Menthalität, Lebensform nun mal eine andere ist, als die Westeuropäische, im Spaghettiträgertopp ohne BH bei gleichtzeitigem Vorhandensein von Atombusen, rumlaufen? Ist das Dummheit, Ignoranz, Gedankenlosigkeit oder Egoismus? Alle Gründe bescheinigen eine sehr geringe Intelligenz und ich frage mich, ob das die sind, die zu Hause vielleicht am lautesten nach Integration der Zuwanderer schreien. Verstehen werde ich das niemals!!! Und es macht mich auch oftmals richtig wütend und ich würd denen gerne mal meine Meinung ins Gesicht donnern !

Eigentlich will ich meinen Blog schreiben, aber mangels Internet auf dem Laptop klappt es eben nicht. Da beginnt die Whatsappschreiberei mit meiner Nicht, die die Hände über dem Kopf zusammen schlägt bei soviel technischem Unverstand, glaub ich wenigstens. Dank Ihr hab ich jetzt endlich die Möglichkeit, mein Laptop über das Handy mit dem Internet zu verbinden: Danke meine Beste dafür!!!! Das Smartphone ist definitiv zu umständlich, um es für Aktivitäten wie diesen Blog zu nutzen. Oder um Bahn- oder Flugtickets klar zu machen.

Ich setz mich  wieder an den Laby Hauz, hier gibt es ein oder zwei Restaurants, und so eine Art Kiosk und heute mittag hatte ich schon mitbekommen, dass die auch Fassbier haben. Finde noch einen freien Tisch und bestelle. Super schöne Atmosphäre: Alt und Jung sind hier noch lange auf den Beinen und lassen es sich gut gehen. Da fallen die Touristen fast nicht auf, zumal die eh in einem richtigen Restaurant essen werden. Mir macht das einen Mordsspass. Heute erreichen mich meine Eltern mal wieder wir bringen uns gegenseitig auf den neuesten Stand.





 Und zum ersten Mal setzen sich 2 zu mir, nachdem ich ihnen gestenreich die beiden freien Stühle angeboten habe. Es ist ein mittelaltes Ehepaar, er hat anscheinend Parkinson, sie kaufen sich eine Literflasche Cola und trinken sie nahezu leer.  Dann kommen 2 bildhübsche Mädchen, na ja ich erfahre dann, dass sie 20 und 21 sind und wir versuchen, ein bisschen ins Gespräch zu kommen. Die eine scheint schon Zahnärtzin zu sein und will Doctor werden. Naja, was man halt so versteht. Die sind schwer beschäftigt, sich gegenseitig zu fotografieren, wir machen natürlich auch ein Selfie . Die 2 trinken auch Cola und essen Eis, dann kommt eine grosse Gruppe Frauen (Usbekinnen) eher wieder mein Alter, was hier mindestens Grossmutter bedeutet. Sie sind ganz lustig und freuen sich, als ich meinen Platz kurz danach frei mache.


Erkenntnis des Tages: Weniger ist manchmal mehr !

Die restlichen Bilder kommen später

Usbekistan # 13

Da die Abende immer so schön sind, schaffe ich es selten vor 23 Uhr ins Bett und dementsprechend lang schlaf ich am nächsten Tag. Überhaupt schlaf ich hier überall super, es ist schön kühl, die Kissen sind genau richtig und ich träum hier einen Quatsch zusammen, das ist nicht zu fassen. Wenn man davon ausgeht, dass Träume das Gehirn aufräumen, komm ich völlig neu sortiert zurück.

Heute will ich unbedingt den Basar sehen und fahre mit dem Bus No 8 dorthin. Leider ist es schon ziemlich heiss. Hier gehts zu wie am letzten Adventswochenende auf der Zeil in Frankfurt. Wahnsin. Gedrängel, Geschrei, Gestolper, Hitze, Enge. Da musst du einfach drüber hinwegsehen, ich selbst hab ja nichts zu  besorgen und da bin ich auch ziemlich schmerzbefreit. Man kommt vor lauter weiteren "Ständen" und den vielen Möglichkeiten, sich hier zu verköstigen, kaum in die eigentliche Markthalle. Alle wollen im Schatten bleiben.








Gleich bin ich in der "Textilabteilung" was auch bedeutet, dass hier die Stoffläden sind, na so ein Zufall. Allerdings ist es auch hier so, dass ich nicht fündig werde, da es nicht unserem GEschmack entspricht. Bzw. gibt es hier sehr viele, auch recht schöne Viskosestoffe, die aber zu leicht knittern und dann nicht mehr schön aussehen. Da muss ich wohl in den letzten Tagen noch mal in Taschkent schauen.





Auch Zubehör gibt es reichlich






Hier gibt es wieder mal alles, immer schön nach Sortiment geordnet: Klamotten, Haushaltwaren aller Art, technische Geräte. Gegenüber gibt es noch eine Halle mit Obst und Gemüse und eine mit Süsswaren, Gewürzen und ganz viel Brot. Das verzierte Brot sieht einfach zu schön aus und ich habe gelesen, dass man hier kein Brot wegwirft, sondern es dahin legt, wo es zumindest noch ein Tier finden kann.








Am Rand kaufe ich mir ein - eine - einen Somsa, sehr lecker, dann gehe ich gegenüber in einen weiteren grossen Bau und mir steigt ein unwiderstehlicher Duft von Gegrilltem in die Nase. Ja, hätt ich das vorher gewusst.......aber so a spiesserl geht alleweil.












Eigentlich ist die ganze Strasse eingeräuchert. Dann geh ich in so ein kleines Lokal und bestelle 2 Spiesse, einmal Hackfleisch (Oh mein Gott, sowas soll man doch nicht essen.........) und ein Schaschlik. Klappt auch ohne sprachliche Verständigung perfekt. Dazu ein grosses Wasser. Hier gibt sogar 3 Separes, da kann man die Vorhänge vorziehen. Zum Piepen. Und Hussen auf den Stühlen, ist aber letztlich doch nur ein ganz einfacher Imbiss, aber eben alles auch schon zerschlissen. Allerdings sind die hier immer unheimlich bemüht und sehr fleissig. Das ist mal wieder so ganz nach meinem Geschmack. Überhaupt hab ich hier noch keinerlei Magen/Darmprobleme gehabt, obwohl es schwer sein soll, ohne Durchfall durchzukommen. Bin halt doch eine robuste Natur, Gott sei Dank, dabei hatte ich mir vorsichtshalber mal ein Antibiotikum mitgenommen.



Im oberen Stockwerk ist Brautladen an Brautladen und immer in Verbindung mit einem "Beauty Salon". Den erkennt man oft daran, dass ein Wäscheständer mit Handtüchern draussen steht.





Mit dem Bus will ich wieder zurück, irgendwann kommt die No. 8, ich frage nach Buchara Center, weil ich das Gefühl habe, dass der nicht die gleiche Strecke zurück fährt. Viele andere fragen auch irgendwas und bleiben dann drausenn. Er nickt aber und ich bleib sitzen. Dann lässt er mich bei der Festung raus mit dem Hinweis: Buchara Center, aber da muss ich dann leider noch durch die Stadt und die grösste Mittagshitze bis zum Laby Hauz laufen. Hab ichs mir doch gedacht.  Dort trink ich eine Ice Coffee und verziehe mich ins Hotel, wo es ja mittlerweile auch mit dem Schreiben des Blogs klappt.






Erkenntnis des Tages: Man kann sich fast immer auf sein Gefühl verlassen !  



Mittwoch, 15. August 2018

Usbekistan # 11

Heute muss ich echt mal früh raus, der Wecker klingelt um 6:30. Um 8 steh ich an der Rezeption, frage nach einem Taxi, welches mich zu der Stelle bringen soll, an dem die Auto´s nach Buchara gehen. Sicherheitshalber frag ich nach dem ungefähren Preis und lass mir noch ein paar 50.000 er wechseln, nicht dass er mir nachher nicht "rausgeben" kann.
Aber der Fahrer macht nicht den Eindruck von "diezockicherstmalab" Typ. Aber er scheint grundsätzlich nicht von der Sorte "cleveres Kerlchen" zu sein, denn er weiss nicht, wo er hin muss. Nachdem er mehrfach mit dem Funk krächz, quietsch, hä usw. nichts rausbekommen hat, schreiter er zum äussersten und nimmt sein Smartphone. Auch dieses Teil wird mehrfach genutzt, dann scheint die Sache klar. Als wir da sind, meint er, dass er die Verhandlungen übernimmt (also alles per Zeichen usw.) Ich soll sitzen bleiben. Hier ist schwer was los und ich steige dann doch irgendwann aus, um mal die Lage peilen. Grosses Palaver "Buchara, Tashkent" und ein mords Rummel.






Die Möglichkeiten scheinen meinem Fahrer alle nicht zu passen, ich schaue fragend und er will mich wohl auf einen Vordersitz verfrachten, aber in dem Auto ist der schon besetzt. Solange ich nicht hinten den Mittelplatz haben muss, ist das okay für mich und wir müssen jetzt nur noch eine Person finden, dann kanns los gehen. Ist schnell erledigt, um 8:30 sind wir startklar.
Es geht direkt auf den "Highway" und nach ca. 5 Stunden sind wir in Navoy. Ich weiss, dass man hier umsteigen muss, bezahlt ist es aber schon und ich werde zu einem richtig schönen alten, im Sinne von klapprigen Taxi verwiesen. Der Fahrer scheint schwer aufgeregt und beunruhigt, weil für 5000 mehr, soll er mich direkt zum Hotel fahren.Erst steh ich das Auto ewig in der Sonne dann fährt er es endlich in den Schatten da stinkst nach Pisse.  Mehrfach lässt er sich die Map auf meinem Handy zeigen, ich biete ihm auch an, dort anzurufen, um sich den Weg beschreiben zu lassen, dann fährt er los und lädt unterwegs noch 2 andere ein. Der eine davon, der bald wieder aussteigt, lässt sein Handy auf dem Rücksitz liegen und als wir da dauernd diskutieren wegen der Adresse, zeige ich ihm das Handy und zeige mit der Handfläche klopfend auf den Rücksitz. Er versteht es aber nicht und setzt sich auf die Rückbank, weil er vielleicht denkt, ich wolle mit ihm ein tiefgehendes Gespräch führen. Erst als ich ihm mein Handy zeige, geht ihm ein Licht auf.

Dann muss ich aber doch das Auto wechseln und fahre mit einem Einheimischen in die Stadt. Er stellt sich mordsmässig höflich vor, als ich ihm aber nicht die verlangten 10.000 sondern nur die 5000 geben will, ist es mit der Höflichkeit vorbei. Mir wurscht.

Das Hotel ist superschön, wohl ziemlich neu und ich mache erst mal einen kurzen Gang um die Ecken.








 Wohne sehr zentral und habe das Gefühl, dass ich hier in einem Freilichtmuseum lebe. Aber wirklich sehr schön. Buchara liegt quasi wie eine Oase in der Wüste Kizilkum. Die Stadt gehörte zu den wichtigsten Handelsstätten der Seidenstrasse.

Dann bleib ich erst mal wieder im Zimmer, mache ein bisschen Wäsche und warte, bis die grösste Mittagshitze vorbei ist. Abends suche ich mir ein nettes Lokal, von denen es hier jede Menge gibt und esse mal was anderes als einen Spiess.

Hier ist in wirklich jedem Gebäude ein Geschäft, eine "Art GAllery" und es gibt jede Menge immer die gleichen Souvenirs. Taschen, Suzani´s (das sind bestickte Decken), Messer, schöne Scheren und wunderschöne Miniaturmalereien. Aber die nehmen auch gute Preise dafür, da muss ich einfach entscheiden, was mir das wert ist. Natürlich hat jede "ihr eigenes Design" und trotzdem sieht alles sehr vergleichbar aus. Ausserdem bin ich Gott sei Dank schon lange nicht mehr auf dem Trip, dass ich alles Mögliche nach Hause schleppe, da muss ich schon genau wissen, wo das hinkommt. Und wenn ich keinen Platz finde, bleibts hier.

Ohrringe gehen natürlich immer aber ob das alles immer die ausgewiesene Handarbeit ist, wag ich auch zu bezweiflen. Dazu sieht es doch eher sehr nach Massenware aus.


Aber schauen kostet nichts und ich hab ja Zeit genug.



Erkenntnis des Tages: 45 M heistt  hier 140 km/h, eine rote Ampel bedeutet die gleichen Fahrrechte wie eine Grüne !




Internet geht hier nicht, der Besitzer leiht mir sein IPhone und hat das hier irgendwie bewerkstelligt, Bilder werden nachgereicht. Ich will das nicht überstrapazieren. Beim Handy gehts komischer weise, wir wissen beide nicht wieso.

Opa und Oma gehen Eis essen



Montag, 13. August 2018

Usbekistan # 10

Heute ist so ein kräftiger Wind, dass es meine Fenstertür immer aufbläst. Nerv. Das Frühstück verpasse ich mittlerweile absichtilch und erst mal muss jemand von den "sehr bemühten" sich das Schloss anschauen. Er klopft und macht und tut und irgendwann geht es. Thank you very much!

Draussen ist die Luft heute extrem angenehm. Durch den Wind kann man es super auch in der Sonne aushalten. Ich gehe einen Kaffee trinken, ist aber AMERICANO, also Nescafe und dementsprechend. In Anbetracht des idealen Wetters beschliesse ich, mir noch 2 sehenswerte Mausoleen anzuschauen. Zu laufen ist es ca. 1.5 km, heute kein Ding.
Das Mausoleum Gur Emir ist sehr beeindruckend gestaltet. Viel Gold und kunstvolle Verzierungen.









Daneben gibt es einen Hof, in dem verschiedene Lädchen sind, die wohl unter einer Art Organisation ihre Handarbeiten verkaufen. Da findet doch tatsächlich mal wieder eine Tasche den Weg zu mir. Eine, von der ich denke, dass ich sie auch zu Hause noch nehmen werde. Der Preis ist eh schon niedrig, sie bietet mir aber noch einen "Discount" an und schenkt mir noch ein kleines Täschchen dazu.


Ich laufe weiter und will mir das Einkaufszentrum GUM anschauen, das ist aber eine herbe Enttäuschung. Kurz davor werde ich zum ersten Mal auf Dollar angesprochen und die wollen kaum glauben, dass ich keine hab. Da bin ich schön froh, dass die letztes Jahr den offiziellen Kurs angepasst haben, auch wenn ich hier evtl. noch etwas mehr bekommen würde.






Halte ein Taxi an, verhandle diesmal nicht und lass mich am Registan absetzen. Was er bekommt......er zeigt mit den Fingern eine 10, 10.000? Der spinnt wohl, mit der Grossmut meines Herzens gebe ich ihm 5000, ist auch schon viel zu viel für das kurze Stück.

Bei einer kleinen Bäckerei hatte ich mir ein paar Teilchen gekauft und wollte sie auf einer schattigen Band beim Registan verspeisen, aber die wenigen Bänke sind alle besetzt. Heute geht man mit der Familie spazieren und auch wieder Massen von Tüllbergen mit Bräuten darin, flanieren hier auf und ab. Ich setz mich an einen der Tische, die zu einem Kiosk gehören und dass ,was ich für süss gehalten hatte, enthält auch wieder Fleisch, ich scheine hier meinen Jahresbedarf abzudecken.
Die Bräute sehen hier nahezu gleich aus: hochgesteckte und  "betonierte" Haare, wahlweise Krönchen oder Kränzchen, hinten dran ein kurzer Schleier. Das Gesicht puppenartig geschminkt, das Kleid oben sehr schmal mit viel Spitze und Tüll, der Rock wie bei SISSI. Die Männer Anzug und gerne mal den obersten Knopf unter der Krawatte auf aber nach denen schaut wohl sowieso keiner. Der Registan ist natürlich ein toller Hintergrund. Dann wird durch den Park flaniert, erinnert auch an die alten Sissifilme, alles wird mit einer Riesen-Kamera gefilmt, sie an die ersten damals bei uns erinnert, bevor die digicams erfunden waren und dann noch grosses Gruppenfoto vor dem grossen Denkmal des Präsidenten.




Später gehe ich noch mal zum Basar, nach ein paar Gewürzen Ausschau halten, ist aber nicht so einfach: ich suche Curry, das scheint es hier nicht zu geben, viel Safran wird angeboten, ist aber bestimmt nicht der Kostbare aus dem Iran. Ansonsten gibt es gemahlenen Koriander und Anis usw. Naja, 2 Tütchen wandern in meine Tasche, dann lass ich es gut sein. Ich bin ja noch scharf auf so ein gestricktes Tuch und tatsächlich stellen sich mir schon 2 junge Frauen in den Weg. Die müssen mir das angesehen habe........Eine dritte kommt dazu, da gibt es aber gleich Zoff, ist mir unangenehm. Ich kaufe eins in hellgrau für 100.000,- ca. 11 €. Wollte noch handeln, muss man ja eigentlich, aber man schämt sich auch fast. Obwohl..........


Dann gehe ich wieder in das Cafe, wo ich mich so wohl fühle, die reinste Oase und ich kann das Treiben wie meditierend verfolgen. Trinke Wasser, eine Kaffee Arabico und als dann die Franzosen hinter mir Bier bestellen, mach ich es nach.Hätte nicht gedachte, dass es hier welches gibt. Ist schliesslich schon Beginn der Dämmerung.
Da sitz ich wieder ewig und schau und schau und schau. Für die jüngeren scheint es das Grösste zu sein, mit dem Fahrrad auf und ab zu fahren.


Kurzer Stopp im Hotel, dann suche ich das Lokal von gestern auf. Die haben ja hier immer nur grosse Tische, weil im Prinzip meistens die ganze Familie essen geht. Und man setzt sich anscheinend auch nicht einfach so dazu. Na dann, kann ich Euch auch nicht helfen. Die sind hier richtig am Laufen und der Boss kommt regelmässig an jedem Tisch vorbei und fragt, ob alles in Ordnung ist. Aber der jüngste, der hier kräftig mitarbeiter, tut mir echt leid, wie der durch die Gegend gescheucht wird. Auch trepphoch und treppab gehts hier im Laufschritt. Wahnsinn. Dabei hätte es meiner Meinung diese Eile nicht nötig. Leider kommt man mit niemandem ins Gespräch, wahrscheinlich können die wenigsten Englisch und vielleicht trauen sie sich auch nicht. Aber mir gefällts trotzdem. Bestelle heute andere Spiesse und die sind auch sehr sehr gut. Schön kross gegrillt, dazu frisch gemachte Pommes. Ein Typ am Nachbartisch bestellt auch Spiesse, es scheinen nur reine Fettbrocken drauf zu sein, sehe ich auch immer mal durchs Lokal, na ja mein Ding ist das nicht. Ich sortier schon die aus, die obligatorisch auf jedem drauf sind. Heut abend ist hier viele Betrieb und so halte mich nicht länger als nötig auf, um Platz zu machen.





Erkenntnis des Tages: Mit schnellerem Internet könnte ich hier noch Bilder zeigen, so reiche ich sie nach.

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